| Die 4. Station
der Himmelsleiter 2008-2009 an St. Peter und Paul in Ratingen (Westfalen)
Die 1. Station der Himmelsleiter 2000-2001
am Turm der St. Mang-Kirche in Füssen/Allgäu
Die 2. Station der Himmelsleiter 2005-2007 am ehem. Kloster Seeon a. Chiemsee
Die 3. Station der Himmelsleiter Ende 2007 an der ehem. Karmeliterkirche
in München
Die 5. Station der Himmelsleiter 2008-2009 in RGötterswickerhamm
Hintergrundinfos zur Himmelsleiter:
Die Himmelsleiter
Bedeutung
Himmelsleiter, Himmelstreppe, Himmelsweg sind Sinnbilder des christlichen
Lebensweges zur Vollkommenheit. Aus der Vision Jakobs (Bibel) leitet sich
das Bild der Himmelsleiter ab. Die allegorische Deutung ins Moralische
erfolgte unter Anderem durch den hl. Benedikt und im östlichen Mönchtum
durch Johannes Klimakos. Die Sprossen der Leiter sind Tugendstufen - Laster
behindern die empor Klimmenden und bringen diese auch zum Absturz. In
der Mariensymbolik wird im Mittelalter Maria als Leiter angesprochen,
auf der Christus vom Himmel herabgestiegen ist. Sie ist die Himmelsleiter
oder der Himmelsweg, auf dem die Gläubigen in den Himmel zu kommen
vermögen. Im 12. Jh. z.B. zeigt der „Hortus deliciarum der
Herrad v. Landsberg“ die Himmelsleiter mit den ausführlich
geschilderten helfenden und störenden Mächten. Ein Chorbuch
aus Zwiefalten hat die seltene Darstellung des hl. Benedikt zwischen Jakobsleiter
und Tugendleiter. Das Erlanger Missale aus dem 12. Jh. zeigt eine sich
gabelnde Leiter, eine Gabelung führt zum Himmel, die andere zur Hölle.
Die barocken Nachbildungen der Scala Santa zu Rom überall im Andachtskult
Mitteleuropas sind als Himmelstreppe verstanden worden.
Die wechselnden Darstellungen zeigen,
welche starke Symbolkraft die Himmelsleiter besitzt und
wie vielfältig die Reaktionen sind, die sie hervorruft. Das Gute
und das Böse – der Mensch hadert damit, seit er Mensch ist
und Bewußtsein erlangt hat. Himmelsleiter, Himmelstreppe oder Himmelsweg
– alle bergen jedenfalls die Möglichkeit nach oben zu gelangen.
Warum nach oben? – weil wir uns hier Gerechtigkeit, die Loslösung
vom Bösen erhoffen? Was ist oben? Der Himmel, der Kosmos, die Unendlichkeit?
- alles was wir nicht wissen - alles was wir erhoffen.
E. LIN´s Himmelsleiter zeigt jedenfalls nach oben. Abstrahierend
setzt er gelbe Flügel ein und lässt die Körper beiseite.
Der Vorstellung vom Engel als körperlosem Wesen kommt dies entgegen.
Die Engel als Boten zwischen
Gott und den Menschen spielen also in der Himmelsleiter die Mittler zwischen
Himmel und Erde. Die Farbe als weiteres Element in seiner Komposition
ist bewusst eingesetzt: Rot
als Farbe der Liebe und des Blutes, Blau
als Farbe der Transzendenz , des Himmels, der Unendlichkeit.
Die Beleuchtung der Leiter ist ein weiteres Element der künstlerischen
Umsetzung einer Himmelsleiter im 21.Jh. Die Möglichkeit, einem Objekt
in der Nacht eine andere Ausstrahlung zu geben, die sie von der Wirkung
bei Tageslicht unterscheidet, ist nur in unserer Zeit gegeben.
Die 1. Station der Himmelsleiter
am Turm der St. Mang-Kirche in Füssen rief mannigfaltige
Reaktionen hervor, von der harschen Ablehnung bis hin zu stark positiven
Meinungen. Briefe und e-mails des Bedauerns über das Entfernen der
Leiter erreichen das Pfarramt noch heute. Eine Schulklasse des Gymnasiums
Markt Indersdorf bezog das Objekt in ihren Kunstunterricht mit ein, zusammen
gestalteten die Schüler eine Himmelsleiter.
Zur Ausstellung “Positive
Zeichen N°3” wurde die Jakobsleiter am ehem.
Kloster Seeon, jetzt Kultur- und Bildungszentrum des
Bezirks Oberbayern aufgebaut, wo sie von 2005-2006 zusammen mit den “Erdobjekten”
Bewohnern und Gästen leuchtete.
Dann leuchtete sie 2007 anlässlich der Ausstellung „Nochmal
Leben vor dem Tod“ an der Fassade der ehemaligen Karmeliterkirche
in München . Zuletzt in Ratingen vor St. Peter und
Paul. Nun in Götterswickerhamm b. Voerde am Niederrhein
Die Himmelsleiter soll ein äußeres positives
Zeichen sein, welche die Verbindung zwischen Kirche und Mensch
aufzeigen soll. Im gewissen Sinne auch Visionen zwischen Mensch und Kirche.
Etwas Phantasie, Poesie und Traum sind dazu immer notwendig. Im öffentlichen
Raum zu agieren, sich mit Geschichte und Gegenwart auseinander zu setzen,
gehört zur Aufgabenstellung des ausführenden Künstlers.
Bei der sogenannten Himmelsleiter, auch “Jakobsleiter” genannt,
handelt es sich um zeitgenössische Kunst für
alle Menschen (ganz im Gegensatz zur Darstellung zeitgenössischer
Kunst im Bereich der Galerien und Museen). Das Irritierende, somit Aufrüttelnde
und auch Provozierende darf dabei nicht auf der Strecke bleiben. Es geht
hier nicht um eine Touristenattraktion für den Zeitraum eines Monats.
Zwar ist es richtig, daß die Lichtinstallation als temporäres
Außenobjekt konzipiert ist, so soll jedoch auch an anderen Standorten,
möglichst auch im Bereich von Metropolen eine nachhaltige Auseinandersetzung
mit Landschaft, Architektur, Geschichte und Politik möglich sein.
Mein persönlicher Wunsch: Die Lichtinstallation, das Projekt “Himmelsleiter”
soll in den bevorstehenden Nächten den Einwohnern und den Gästen
von Götterswickerhamm als “Positives Zeichen” in Erinnerung
bleiben. Das gesamte Projekt, einschließlich Dokumentation der Himmelsleiter,
soll danach einen neuen Standort finden. Ich danke Allen, die mit mir
dieses Projekt ermöglichen. E.LIN im Jahr 2008
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